Jagd auf viele Arten von Insekten
Aus Frankreich ist bekannt, dass die Asiatische Hornisse starke Schäden an Bienenvölkern verursachen kann, da sie die heimkehrenden Sammelbienen in großer Anzahl fängt und damit ihre Brut ernährt. Wenn ein Bienenvolk stark bejagt wird, kann es so viele Bienen verlieren, dass es den Flugbetrieb einstellt. Dadurch bekommt es keinen Nektar und keinen Pollen mehr, der Brutumfang verkleinert sich, was am Ende Auswirkungen auf die Überwinterungsfähigkeit des Volkes haben kann. Die Asiatische Hornisse ernährt sich aber nicht nur von Honigbienen, sondern von einer großen Palette von Insekten, wie Spinnen, Käfern, Fliegen, Wildbienen oder Schmetterlingen.
Große Nester und viele Nester
Mit bis zu 4000 Tieren und Ausmaßen bis zu 40 cm Breite und 80 cm Höhe im Spätsommer bildet die invasive Art sehr große Nester, die 5- bis 10-fach größer sind, als die der heimischen Hornisse. In einigen Regionen kann sie hohe Nestdichten von bis zu 15 Nestern pro Quadratkilometer bilden. Diese vielen Nester benötigen entsprechend viel Insektenfleisch, welches die Tiere in ihrer Umgebung jagen. Zudem brauchen die erwachsenen Tiere im Sommer Zucker, um jagen zu können. Den holen sie sich im Frühjahr von Blüten und im Sommer von reifem Obst, aber auch Reste zuckerhaltiger, alkoholischer Getränke oder ein Pflaumenkuchen werden nicht verschmäht.
Begrenzung von Schäden
durch die Asiatische Hornisse
Seit Juli 2025 gibt es den Aktionsplan Vespa velutina Bayern, mit verschiedenen Maßnahmen, die die Verbreitung der Asiatischen Hornisse verlangsamen und die Nestdichte der invasiven Art gering halten sollen. Dazu gehört, dass die Nester von speziell ausgebildeten Personen, meist Imkerinnen und Imkern, die einen Hornissenschutzanzug tragen, entfernt werden. Es ist dringend davon abzuraten, selbst zu versuchen, ein potenzielles Nest zu entfernen, da die Asiatische Hornisse ihr Nest sehr aggressiv verteidigt. Um die Nester zu finden, wurden spezielle Beobachtungsgläser entwickelt.
Dochtgläser zum Beobachten der Arten
in Ihrem Garten
Mit Hilfe eines Glases, etwas Küchentuch und einer Mischung aus 1/3 Himbeer-Getränkesirup (mit Zucker!), 1/3 lieblichem Weiß- oder Rotwein und 1/3 Bier kann man leicht ein Dochtglas basteln und im Garten aufstellen. Besonders von Juli bis September kann man die vielen heimischen Wespenarten und die heimische europäische Hornisse beobachten, wie sie von der süßen, alkoholischen Flüssigkeit naschen. Die Tiere sind in der Regel wenig scheu und nicht aggressiv, so dass man sehr schöne Fotos zur Bestimmung der Tiere machen kann.
Taucht dabei auch die Asiatische Hornisse auf, sollte diese mit einem Foto gemeldet werden. Auch verdächtige Tiere sollten angezeigt werden. Alle Meldungen werden geprüft, und es gibt eine Rückmeldung, ob es sich tatsächlich um die Asiatische Hornisse handelt. In der Folge können regionale Imkergruppen informiert werden, die versuchen, Nester zu finden. Nur so kann die Population auf einem niedrigen Niveau gehalten werden. Meldungen mit Foto können über die bayerische Meldeplattform eingetragen werden unter:
www.beewarned.de
Dochtgläser sollten nicht länger als eine Woche lang aufgestellt werden, um keine dauerhaften Wespenfutterplätze einzurichten. Besser ist es, am Monatsbeginn von Juli bis September eine Woche lang ein Glas aufzustellen und jeden Monat neu zu beobachten, welche Tiere gerade in der Region unterwegs sind.
Weitere Informationen unter www.lwg.bayern.de/bienen
Dr. Ronald Jäger
Leiter der Koordinierungsstelle Vespa velutina in Bayern