Zieste und Betonien
Was sind das nur für Namen, die diese Pflanzen tragen? Ziest hat absolut nichts mit der Zistrose (Cistus) zu tun, sondern stammt aus dem Sorbischen, einer westslawischen Sprache, die heute noch in der Lausitz gesprochen wird. In der Ursprungsbedeutung hat dies etwas mit rein, sauber zu tun – wahrscheinlich hängt es mit der Heilkraft der Zieste zusammen. Der botanische Gattungsname Stachys ist leicht zu interpretieren. Er leitet sich vom indogermanischen Begriff für stechen bzw. geht auf das lateinische spica für Ähre zurück. Beides sind wesentliche Charakterzüge der Zieste: stechende Kelchblätter und ährenartig angeordnete Blüten.
Zieste gehören zu den Lippenblütlern, weltweit gibt es rund 300 Arten. Früher ebenfalls zur Gattung Stachys gerechnet, werden Betonien heute als eigene Gattung mit wissenschaftlicher Bezeichnung Betonica abgetrennt. Diese Namen sollen auf das Volk der Vettonen in Lusitanien (Portugal) hinweisen.
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