Misteln an Obstbäumen – ein Nutznießer des Klimawandels
Die Mistelproblematik ist kein neues Thema. Bereits über die vergangenen drei bis vier Jahrzehnte hinweg lässt sich ein zunehmender Befall an Streuobstbäumen, aber auch an anderen Laubholzarten beobachten. Im winterlichen Bild sehen stark befallene Apfelbäume dabei mitunter aus wie Koniferen. Hauptursache für die Ausbreitung der Mistel ist die Tatsache, dass sich viele Obstbäume in der freien Landschaft selbst überlassen bleiben und deren Besitzer über Jahre hinweg keine Pflege- bzw. Schnittmaßnahmen mehr durchführen. Damit schädigen sie aber nicht nur ihre eigenen Obstbäume, sondern tragen maßgeblich zur weiteren Ausbreitung der Mistel bei. Die Situation wird noch verschärft, weil die Klimaveränderung den wärmeliebenden Parasiten in seiner Entwicklung und Verbreitung zusätzlich begünstigt und die durch den Klimawandel gestressten Obstbäume anfälliger für einen Befall sind.
Systematisch wird die Mistel zu den Halbschmarotzern gezählt, da sie zwar eigenständig Photosynthese betreibt, aber zusätzlich Wasser und Mineralien von ihrer Wirtspflanze stiehlt.
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