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Kapern aus Kapuzinerkresse

Solange sich die saftig grünen Blätter- und Blütenteppiche breit ausdehnen, hat wohl jeder Gartenfreund Hemmungen, Hand anzulegen. Vor der ersten Frostnacht kann dagegen jeder Kapernfreund noch schnell zuschlagen.

Der beliebte Sommerblüher enthält nämlich in allen Pflanzenteilen gesundheitsfördernde und antibakteriell wirkende Senföl-Glykoside, ähnlich wie die Kreuzblütler. Aus jungen, noch nicht zu harten Samen oder aus noch den geschlossenen Blütenknospen lassen sich daher pikante »Kapern« herstellen.

Ähnlich wie für Gurken wird ein Essigsud vorbereitet (ohne Dill und Senf, besser mit Lorbeer und Pfefferkörnern), mit den »Kapern« eine gute Viertelstunde gekocht und heiß in saubere Schraubdeckelgläser gefüllt. Nach einigen Wochen kühler Lagerung (der Deckel sollte noch eingedellt sein) erfolgt die erste Verkostung.

Die Knollige Kapuzinerkresse (T. tuberosum), deren unterirdische Knollen in den Anden Mashua heißen und als billiges Nahrungsmittel oder als Viehfutter dienen, enthalten Stoffe, die den Testosterongehalt senken. Angeblich gehörten die Knollen aufgrund ihrer mäßigenden Wirkung bereits bei den alten Inka zur Verpflegung ihrer Krieger. Ob diese Wirkstoffe auch in unserer bekannten Kapuzinerkresse enthalten sind, wäre noch zu prüfen.

Bildunterschrift: Kapuzinerkresse mit Samen und junger Knospe (Foto:Scheu-Helgert)

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