Archiv: Ausgabe Zwetschgenzwillinge - 2019 ein Extremjahr

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Zwetschgenzwillinge – 2019 ein Extremjahr

Insbesondere bei den neueren und sehr ertragreichen Zwetschgensorten besteht teilweise eine starke Tendenz zur Bildung von Zwillingsfrüchten. Wie kommt es zu solchen Phänomenen? Der Grundstein für das Enstehen solcher siamesischen Zwillinge wird bereits im Vorjahr im Rahmen der Blütenbildung gelegt. Mit den Bedingungen zur Blütezeit im Frühjahr hat dies also nichts zu tun. Erkennbar ist dies daran, daß solche Doppelfrüchte bereits zur Blütezeit angelegt sind (s. Foto).
Der Auslöser, warum die Bäume im vergangenen Jahr so viele derartige Blüten angelegt haben, ist vermutlich bedingt durch die sehr heiße und trockene Witterung in 2018. Zumindest zeigen die Erfahrungen, daß die Neigung zu Doppelfrüchten im Anschluss an solche Jahre deutlich steigt. Eine Erklärung ist vielleicht darin zu sehen, daß Pflanzen, die unter Stressbedingungen stehen, versuchen, ihre Vermehrung sicherzustellen. Während sich normalerweise nur 1 Fruchtblatt vollständige entwickelt, bilden sich unter den gennannten Witterungsbedingungen 2 oder manchmal auch mehrere Im darauf folgenden Frühjahr findet man dann Blüten mit zwei Stempeln und zusammengewachsenen Fruchtknoten.
Was für den Erwerbsobstbau eine kleine Katastrophe darstellt, da solche Früchte aus optischen Gründe kaum zu vermarkten sind, kann im Hausgarten deutlich entspannter gesehen werden. Die ‚Herzzwetschgen‘ reifen nämlich häufig ganz normal aus.
Bildunterschrift; Die Zwillinge sind schon zur Blütezet erkennbar. (Foto: Riehl)

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