|
Gartenarbeit
|
Der Gemüsegarten im März
Gemüsekasten mit essbaren Blüten, in der Mitte Asia-Salat Mizuna. (Foto: Marianne Scheu-Herter)

Der Gemüsegarten im März

„St. Benedikt (21. März) macht Zwiebeln dick.“

Sobald es der Boden zulässt, ist höchste Zeit für die ersten Saaten und Anpflanzungen. Auch sonst gibt es im Gemüsegarten einiges zu tun.

Stadtpflanze des Jahres 2026: Krähenfußwegerich / Hirschhornwegerich

Unser Titelpate sind oftmals besiedelt von Mittelmeer-Wegrichen (Plantago media) und vom Breitwegerich (P. major). Sie bilden dicht am Boden liegende Rosetten aus rundlichen Blättern, zudem sind sie anspruchlose Bodenstandorte und trittfeste. Spitzwegerich (P. lanceolata) kommt mehr an grasige Wegränder vor, manchmal flächendeckend auch in natürlichen Rasenflächen. Er blüht grau-weiß, seine sehr jungen Knospen schmecken nussig, manche bezeichnen es auch als angenehm pikantig. In Norddeutschland bis ins Ruhrgebiet hat sich offensichtlich an allen zuvor genannten Standorten der Krähenfußwegerich (Plantago coronopus) breitgemacht, vor allem auch in Pflasterfugen in städtischem Umfeld. Daher hat ihn wohl der Botaniker Botaniklex Trier zu Stadtpflanze des Jahres gekürt. In Frankreich Ostschottland habe ich ihn – außer im Gartenbeet – noch nicht gesehen. Alle Wegeriche bilden ein intensives Wurzelwerk, das sie widerstandsfähig gegenüber Sommerhitze macht. In falles legen sie eine kleine Wachstums pause ein, bevor sie bei günstigeren Bedingungen wieder durchstarten. Sie sind Stauden, also langlebig – überdauernd, zugleich bilden sie sehr viele Samen – aber ohne Angst, sie werden nicht lästig. Die neue Stadtpflanze des Jahres können wir bereits aus nur wenigen Samen im Frühjahr aussäen (Gartenratgeber 08/22). Andere Namen sind Kapuzinerbart, Minutina oder Ziegenbart. Im Gegensatz zu den anderen Wegerichen hat er bandförmig schmale, dabei gelappte Blätter, fast wie Rukola. Daher kommt wohl auch der Name „Krähenfuß“. Sie sind zudem sehr fleischig, junge Blätter auch recht zart. Saatgut ist leicht erhältlich, ausgesät wird ab April, eine Vorkultur ist ab März sinnvoll. In der Jugend braucht der Hirschhornwegerich viel Feuchtigkeit und Licht. Ab Juli nasen sich die ersten Blättchen gewinnen, später dann auch die noch ganz jungen Blütenstände. Am besten lässt man die Pflanzen weitgehend durchwachsen, um dann erst im Herbst größere Mengen zu ernten. Sehr junge Blütenstände kann man laufend nutzen, auch im Sommer. Im nächsten Frühjahr werden etwas ältere Blätter wieder wie Spinat verwendet, also zunächst in Salzwasser blanchiert. Die ganz alten belässt man zur Assimilation an der Pflanze. Im feuchten Jahren lässt sich der Hirschhornwegerich ganzjährig nutzen. Sinnvoll ist es, im milden Winter immer wieder zarte Blättchen zu ernten. Er treibt nämlich auch im Winter in milden Perioden immer wieder neue Blätter. Ein paar Pflanzen im Kleingewächshaus oder unter Vlies entwickeln sich in der kalten Jahreszeit besonders reichlich. Die zuverlässige Winternutzung macht ihn zu einer wichtigen Gemüsepflanze im Klimawandel.

Hornveilchen und Primeln für Garten und Küche

Gemüseküche darf bunt sein! Ich bevorzuge zum Aufpeppen von Staudenflächen, fürs Kräuterbeet oder für Pflanzschalen die dankbaren Hornveilchen. Man kann sie schon im Herbst, aber auch jetzt noch im Frühjahr pflanzen. Ihre Blüten überbringen frische Frühlingsgrüße auf Salaten und bunten Platten, und auf feinen Nachtisch-Arrangements. Mit etwas Glück samen Pflanzen, die bis Juli stehen bleiben dürfen, aus und sorgen ab Herbst für Nachschub. Noch pflegeleichter sind Kissenprimeln, als ausdauernde Stauden stehen sie unter Gehölzen oder im Kräutergarten, ihre Blüten sind ebenfalls essbar.

Den richtigen Zeitpunkt erkennen

Im Freiland soll der Boden aufgetaut, leicht abgetrocknet und somit krümelig sein. Immerhin hatten wir heuer wieder einen wirksamen Bodenfrost, so dass die Erde besonders locker werden sollte. Sobald die Erde nicht mehr an den Handgeräten festklebt, ist der richtige Zeitpunkt gekommen, mit den ersten Saaten und Pflanzungen zu starten. Weil wir nicht wissen, ob wir wieder einen heißen, trockenen Sommer bekommen, gilt es, so früh wie möglich damit zu beginnen. Zumeist zeigen erste Keimlinge von Unkräutern an, dass der Boden warm genug ist. Die ersten Kulturen kommen auf die sonnigsten Beete, die man gleich mit Verfrühungsvlies abdeckt. Es bringt unseren Frühkulturen etwa 5 °C höhere Temperaturen, somit ein kontinuierlicheres Wachstum und gut zwei Wochen verfrühte Ernten. Somit können die Folgekulturen für den Sommer umso früher auf die Beete und noch im Mai von den winterlichen Beetfeuchte profitieren. Winterliche Grüneinsaaten wie Phazelia oder Senf sind heuer zurückgefroren, weil es so gut wie überall unter -7 °C gab. Wir haben sie ausgerissen und geordnet beiseite gelegt. Ist der Boden dann ab Ende April/Mai wieder erwärmt, darf die Grünmasse als dünne Mulchschicht wieder zurück aufs Beet. Zu früh aufgelegte Mulchschichten verzögern die Erwärmung. Erdbeeranbauer nutzen zum Beispiel sehr früh, wenn sie auf einem Teil der Beete spätes Ernten anstreben.

Start auch im Hochbeet

Hochbeete sind oberflächlich zumeist mit humosen, dunklen Substraten gefüllt, die sich schneller erwärmen als Grundbeete. Sobald wie möglich können alle im Arbeitskalender genannten Kulturen im Hochbeet kommen und sollten mit Vlies abgedeckt werden. Vlies ist dafür einfacher zu bedienen als feste Abdeckhauben. Diese sollen bei Frost geschlossen sein. Nach Sonnenaufgang erwärmt sich die Luft darunter sehr schnell auf über 20 °C, und das ist zu viel für Salate. Zudem nehmen unsere Pflanzen in geschlossenen Räumen sehr schnell einen CO₂-Gehalt der Luft auf, anschließend erfolgt ein Wachstumsstillstand. Bei sonniger Witterung wird man gegen 10 Uhr oder 11 Uhr aufdecken müssen, und das kann natürlich nur erledigen, wer zu Hause ist. Automatische Fensteröffnungen beginnen oft erst ab 20 °C mit dem Öffnen. Das ist für Berufstätige hilfreich, aber für optimales Wachstum der Frühkulturen zu spät.

Rosmarin – ganzjährig abschneiden, was stört

In vielen Gärten stehen prächtige, etliche Jahre alte Rosmarinbüsche, die die früheren, milden Winter sehr gut überstanden haben. Mähen, also auch den verholzten Trieb mit samt der Seitenäste, ist lediglich in nennenswerten Wintern mit viel Schnee, insbesondere im nassem Garten (überdacht haben). Wo die Tiefsttemperaturen von einer Schneedecke begleitet waren, dürfen wir darauf hoffen, dass vielleicht die unteren Gehölz-Partien noch vital sind. Am besten schneiden wir deutlich abgestorbene Teile zunächst sparsam zurück, um den unteren Teil nicht zu stark zu schädigen. Den endgültigen Rückschnitt verschieben wir auf Mai. Dasselbe gilt auch für Lavendel und Salbei. Alle diese mediterranen Halbsträucher bauen sich dann zumeist wieder sehr gut auf. Nur in Notfällen wird man ab Mai neu gekaufte Töpfe nachpflanzen müssen. Ansonsten beachten wir den Rosmarin immer in Teilen, wo er aus der Form gerät. Rosmarin sollte möglichst viele gesunde Triebspitzen aus dem Vorjahr behalten, weil diese nämlich gemächlich und nicht schneeblattig blühen werden, wenn sie keine Frostschäden erlitten haben. Notfalls schneidet man gleich nach der Blüte anwachsende Zweigspitzen aus, um den Neuaustrieb aus älterem Holz anzuregen.

Saatgut Liste

Marianne Scheu-Herter
Kissenprimeln kommen jedes Jahr wieder und liefern schöne Deko für die Gemüseküche.(Foto: Marianne Scheu-Herter)
Erbsen im Hochbeet, dazwischen wurde eine Gurke gepflanzt. (Foto: Marianne Scheu-Herter)
Beete am besten in einem Zug herrichten, Beetflächen nicht betreten. (Foto: Marianne Scheu-Herter)
Rosmarin blüht immer im Bereich der Triebspitzen, also im ganz jungen Holz. (Foto: Marianne Scheu-Herter)
Schnee kann den Rosmarin vor sehr strengen Frösten – und damit vor dem Austrocknen schützen. (Foto: Marianne Scheu-Herter)

>> Weitere Arbeiten


LogIn für bestehende Online-Abonnenten

oder


Ich möchte Online-Zugriff
Ich möchte das Print-Magazin
Ich habe ein Zeitschriftenabo „Der praktische Gartenratgeber“

Sie haben bereits einen Shop-Account?
Bitte loggen Sie sich hier in Ihr bestehendes Shop-Konto ein.
Sobald Sie eingeloggt sind, können Sie Ihr Online-Abo ganz einfach abschließen.

Nein
Ja
Ich bin Mitglied in einem bayerischen Obst‐ und Gartenbauverein
Nein
Ja
Daten
Benutzer Konto
Kategorien
Diese Funktion befindet sich aktuell noch in der Bearbeitung und steht kurzfristig vollumfänglich zur Verfügung.

LogIn für bestehende Online-Abonnenten

oder


Ich möchte Online-Zugriff
Ich möchte das Print-Magazin
Ich habe ein Zeitschriftenabo „Der praktische Gartenratgeber“

Sie haben bereits einen Shop-Account?
Bitte loggen Sie sich hier in Ihr bestehendes Shop-Konto ein.
Sobald Sie eingeloggt sind, können Sie Ihr Online-Abo ganz einfach abschließen.

Nein
Ja
Ich bin Mitglied in einem bayerischen Obst‐ und Gartenbauverein
Nein
Ja
Daten
Benutzer Konto