Blatt, Blüte, Samen, Wurzeln – alles essbar, alles interessant im Geschmack. Als „Rapontika” wurde die zu Beginn des 17. Jahrhunderts als Zierpflanze aus Amerika in die botanischen Gärten Europas eingeführt und breitete sich freudig aus. Ein Neophyt also. In Zeiten kriegsbedingter Nahrungsknappheiten Anfang des 19. Jahrhunderts galt sie als „Superfood”. Ein Sprichwort sagt: „Ein Pfund Nachtkerzenwurzel gibt so viel Kraft wie ein Zentner Ochsenfleisch.” Und so schickte Goethe 1810 seiner Frau Nachtkerzensamen zur Aussaat. Das alles geriet in Vergessenheit, als die Industrialisierung die wilde Kost verdrängte.
Botanik & Erntezeiten der Nachtkerze
Weltweit gibt es geschätzt 120 bis 200 Nachtkerzenarten. Bei uns am weitesten verbreitet ist die Gemeine Nachtkerze (Oenothera biennis), ein zweijähriges, krautiges Myrthengewächs. Im ersten Jahr bildet sie im Hochsommer eine flach auf dem Boden liegende Blattrosette. Zur Verwendung kann man bis zum folgenden Frühjahr die Blattrosetten bei frostfreiem Boden inklusive der innen rötlich schimmernden Pfahlwurzeln stechen.
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