Archiv: Ausgabe August 2018

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Giersch: Ein Wildkraut wird salonfähig

Ist der Giersch (Aegopodium podagraria) wirklich ein Wildkraut? Im Mittelalter wurde dieses wilde Gemüse bereits kultiviert, und im alten Rom diente es Soldaten als wichtige Nahrungsquelle. Ich las kürzlich: Gichtkraut wurde angebaut, um den orgienfeiernden, unter Gicht leidenden Römern jederzeit einen lindernden Gierschumschlag anlegen zu können. Ist also Giersch ein Heilkraut? Sein traditioneller, volksheilkundlicher Name deutet darauf hin: Gichtkraut oder St. Gerhardskraut, nach dem Schutzpatron der Gichtkranken.

Als Zipperleinskraut galt Giersch unter anderem als probates Mittel gegen Rheuma und Arthritis – krampflösend, entgiftend und blutreinigend. Leider fehlen bis heute die Belege dafür. Aber es ist eine basische Nahrungsquelle, wie die meisten Gemüse außer Bohnen und Linsen, die reich an Purin sind. Solange die verzehrte Gemüsemenge drei- bis viermal größer ist als das verspeiste purinreiche Fleisch und man selten Alkohol trinkt, ernährt man sich basisch und bekommt unter normalen Umständen diese Wohlstandskrankheit nicht. Das habe ich jetzt verstanden. Isst man viel Gemüse, somit wenig Purin, hat man keinen Harnsäureüberschuss und braucht keine Medizin, zumindest nicht gegen Gicht.

Aber lassen wir jetzt mal die Krankheiten außen vor. Giersch kostet nichts, wächst immer wieder im Garten nach und schmeckt hervorragend. Besonders lecker, mit feinem Aroma von Erbsen und Petersilie, sind die jungen, zarten Blättchen. Sie passen roh zum Salat, in eine Hackfleisch-Gemüsepfanne, gemischt mit Spinat, aber auch pur, als Beilage auf dem Teller. Püriert schmeckt er im Smoothie und bereichert unseren Speiseplan um eine weitere Delikatesse. Jetzt müsste der Giersch nur noch Geld kosten, dann hätte er es geschafft, ein salonfähiges Gemüse zu sein.

Längliche Tomaten sind der Renner

Die teuersten Tomaten sind derzeit Datteltomaten wie ‚Dasher‘ oder ‚Elfin‘. Sie sind so süß wie Kirschtomaten, zugleich aber bissfester und weniger säurebetont. Größerfrüchtige, längliche Eier- und Ochsenherz-Typen sind ebenfalls weniger wässrig im Vergleich zu den runden Sorten.

Während großfruchtige Ochsenherz- und Fleischtomaten bei nicht ganz hervorragender Pflege im Garten erst recht spät ansetzen, sind Datteltomaten im Anbau rundum zu empfehlen. Am besten stehen sie im unter einem Regenschutz oder im luftigen Gewächshaus, gerne auch an der Südwand eines Gebäudes. Der Bestand wird durch weiten Pflanzabstand (50–60 cm) sowie häufiges und frühzeitiges Entgeizen licht gehalten. Zusätzlich sollte man die Fruchtstände nach der zwölften bis sechzehnten Blüte entspitzen. Das ergibt gleichbleibend gut ausgebildete Früchte.

 

 

Bildunterschrift: Datteltomaten: Profis kappen die Rispen bereits im Blütenstadium und erhalten so gleichmäßig ausreifende, gut entwickelte Einzelfrüchte. 

 

Von Arnika bis Schafgarbe: Blüten helfen heilen

Die sommerliche Blütenpracht ist eine schöne Augenweide und ein wertvolles Paradies für Insekten. Blüten von Heilpflanzen sind mit ihren Duftstoffen und ätherischen Ölen aber auch wohltuend für den Menschen. Die daraus gewonnenen Pflanzenauszüge beruhen auf überliefertem Erfahrungswissen und haben eine lange Tradition in der Hausapotheke.

Arnika – heilendes Gold

In der bäuerlichen Volksmedizin spielte Arnika schon immer eine große Rolle und gehörte selbstverständlich in jede Hausapotheke. Die goldgelben Blüten werden zur Herstellung von Hausmitteln für die äußerliche Anwendung genutzt.

»Bergwohlverleih«, wie Arnica montana im Volksmund auch genannt wird, wächst auf ungedüngten Bergwiesen und bevorzugt einen sauren Standort. Da die Pflanze in unseren Regionen nur noch selten vorkommt, ist sie streng geschützt und darf nicht gepflückt werden.

Die bei uns wild wachsende Arnika lässt sich schwer kultivieren. Dagegen kann die aus Nordamerika stammende Wiesen-Arnika (Arnika chamissonis) auch im Garten angebaut werden. Beide Pflanzen haben ähnliche Wirkstoffe. Jungpflanzen gibt es in Spezialgärtnereien. Damit die Pflanze sich akklimatisieren kann, sollte die Pflanzerde mit Torf angereichert werden; dann vermehrt sie sich und kommt jedes Jahr wieder.

Inhaltsstoffe

Arnikablüten enthalten ätherische Öle, Flavonoide, Cumarine und hauptsächlich Sesquiterpen-Lactone mit wundheilenden Eigenschaften, die jedoch bei zu hoher Dosis gesundheitlich schaden können.

Wirkung und Verwendung

Die Pflanze darf aufgrund ihrer toxisch wirkenden Inhaltsstoffe nicht innerlich angewendet werden. Darum kommt für den Hausgebrauch nur die äußerliche Anwendung infrage.

Anders ist es in der Homöopathie. Die in der Apotheke erhältlichen Mittel können wegen ihrer starken Verdünnung ( „Potenzen“) ebenso innerlich verwendet werden. Hier gibt es auch weitere Fertigpräparate, z.B. Salben und Tinkturen.

Wer Arnika anbaut, kann selbst eine Tinktur ansetzen, wie es zu Großmutters Zeiten üblich war.

(viele weitere Pflanzen und Rezepte für deren Verwendung finden Sie in der Juli-Ausgabe)