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Frühlingsstauden zur Gehölzunterpflanzung

Gerade im Frühjahr können Pflanzplätze, die den Lebensbereichen Gehölzrand oder Gehölz zuzuordnen sind, in auffallender Blütenpracht erstrahlen, eine geschickte Auswahl vorausgesetzt. Das hängt mit dem sogenannten »vorauseilenden Blühen« zusammen: Vor oder unter Gehölzen gedeihende Stauden nutzen die lichtreiche Zeit, in der die sommergrünen Laubgehölze noch ohne Blätter sind, um zu blühen und zu fruchten. Wenn sich das Laubdach der Bäume mit Voranschreiten des Frühlings langsam schließt, können sie sich ganz auf ihr vegetatives Wachstum konzentrieren. Manche, aber natürlich längst nicht alle dieser Stauden ziehen nach der Blüte ein. Alle können wunderbar mit früh blühenden, schattenverträglichen Zwiebelblumen kombiniert werden.
Zwei exquisite Waldstauden, die die nordamerikanische Flora zu bieten hat, sind das Rotblütige Dreiblatt (Trillium sessile) mit mahagoniroten Blüten, die direkt auf den silbergefleckten Laubblättern sitzen. Und die Kanadische Blutwurz (Sanguinaria canadensis), die zur Familie der Mohngewächse gehört. Die Verwandtschaft zum Mohn ist an den blaugrauen Blättern, die bei Verletzung einen rötlichen Milchsaft absondern, deutlich zu erkennen. Die Blüte ist weiß, die gefüllt blühende Sorte ‚Multiplex‘, eine absolute Rarität, wird seit dem 18. Jh. in unseren Gärten kultiviert. Alle Pflanzenteile sind giftig. Dreiblatt und Blutwurz benötigen feuchte, humose, nicht zu nährstoffreiche, eher rohhumusartige Böden.

Bildunterschrift: Große Rarität: Die gefüllt blühende Sorte ‚Multiplex‘ der Kanadischen Blutwurz. (Foto: Gropper)

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