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Kraut- und Braunfäule: Nächstes Jahr wird alles besser

Im regenreichen Alpenvorland gab es auch in den letzten Jahren häufig starken Befall mit der Kraut- und Braunfäule an Tomaten. Im regenreichen Jahr 2021 erlebten auch die Gärtner in Nordbayern, die aufgrund der trockenen Sommer seit Jahren von dieser Pilzerkrankung weitgehend verschont blieben, schon ab Juli nicht nur Krautfäule, sondern auch die braunen Flecken an den Früchten.
Aufgrund der jahrelang guten Erfahrungen mit trocken-heißen Sommern haben in Nordbayern viele auf die wirksamste Bekämpfungsmethode verzichtet, nämlich auf den Bau einer Überdachung, die das Laub trocken hält. Die Sporen des Schadpilzes sind praktisch überall vorhanden, sie landen mit dem Staub natürlich auch auf Tomatenblättern. Solange diese aber trocken bleiben, bleibt der Pilz chancenlos, er kann nicht ins Blatt- oder Fruchtgewebe eindringen.
Im Gemüseschaugarten der Bayerischen Gartenakademie zeigen wir seit Jahren neben unserem Tomatenbeet ein annähernd gleich bepflanztes mit einer 3 m breiten Überdachung – ohne Seitenwände. So ermöglichen wir eine gute Durchlüftung und schnelles Abtrocknen, wogegen in kleinen Tomatenhäusern gerade zum Herbst hin oft Schwitzwasser auftritt. Dagegen hilft am besten, wenn man alle Lüftungsmöglichkeiten weitgehend offenlässt – außer bei Frost.
Im August waren jedenfalls alle Sorten unter Dach annähernd befallsfrei, während sich im Freiland die bekannten Sorten ‚Philovita F1‘ und ‚Primabella‘ sehr gut bewährten, ‚Honey Comb F1‘ blieb fast genauso gesund. Andere Sorten wie
die neue ‚San Berao‘ zeigten leider deutlichen Befall.

Bildunterschrift: So sahen heuer viele anfällige Tomatensorten aus. (Foto: Scheu-Helgert)

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