Aus dem aktuellen Heft

Insektenfreundliche Stauden

Die Anzahl der Gartenstauden, die für Insekten interessant sind, ist beinahe unüberschaubar groß und beschränkt sich auch ...

Kraut- und Braunfäule: Nächstes Jahr wird alles besser

Im regenreichen Alpenvorland gab es auch in den letzten Jahren häufig starken Befall mit der Kraut- und Braunfäule an ...

Pflückreife bei Äpfeln

Der richtige Zeitpunkt für die Ernte bestimmter Apfelsorten kann jährlich um bis zu 3 Wochen schwanken. Entscheidend ...

Weitere Ausgaben im Archiv

Walnüsse reisen weit

Die Walnuss ist ein globales Handelsprodukt. Jährlich werden weltweit ca. 3 Millionen Tonnen Walnüsse gehandelt. Marktführer sind USA, China, Ukraine, Türkei und Chile. Einziges namhaftes europäisches Walnussland ist mit etwa 30.000 Tonnen Frankreich. Deutschland taucht in den Produktionsstatistiken gar nicht auf. Dennoch gibt es natürlich auch in Deutschland einen enorm großen Verbrauch an Walnüssen, z. B. für Speiseeis, Bäckereiprodukte, Lebkuchen oder
Süßwaren und anderes. Auch für Walnussöl gibt es in Deutschland viele Anbieter und Hersteller.

Fragwürdige Herkünfte (auch bei Bio)
Die bekannte Ölmühle Solling aus Niedersachsen bietet ein Walnussöl mit einem EU-Bio-Siegel an, ohne auf die Herkunft der Walnüsse zu verweisen. Auf Nachfrage war dann zu erfahren, dass die Nüsse ausschließlich aus Moldawien kommen und in der Mühle in Niedersachsen zu Öl verarbeitet werden. Die Ölmühle Rilli aus Reutlingen bietet ebenfalls ein Walnussöl mit EU-Bio-Siegel an. Erst bei der detaillierten Produktbeschreibung wird auf die Herkunft »Indien« verwiesen. Die Walnusskerne der bekannten Marke »Seeberger« kommen aus Chile und den USA.
Plantagenanbau
Diese Liste ließe sich noch beliebig weiter fortsetzen und belegt, dass deutsche oder gar fränkische Walnüsse im Vertrieb von Lebensmittelfirmen keine Rolle spielen. Die Walnüsse aus den genannten Ländern kommen in der Regel meistens auch nicht aus »Wildsammlungen«, werden nicht von einzelnen mächtigen Bäumen in Dörfern und Fluren geerntet, sondern stammen aus Plantagenanbau in Monokultur. Selbst bei einer geringen Anzahl von Bäumen sind bei dieser intensiven Form des Anbaus häufige Pflanzenschutzmaßnahmen vor allem gegen die Walnussfliege und andere Schädlinge unerlässlich.
Regionale Walnüsse aus Franken
Vor diesem Hintergrund ist die Arbeit der Genossenschaft »Manufaktur Gelbe Bürg« zu betrachten, die getrocknete Walnüsse ankauft, ausschließlich von Bäumen auf Streuobstwiesen und Privatgärten im südlichen Mittelfranken und zu Walnuss-Öl, -Mus, -Nudeln, diversen Fruchtaufstrichen verarbeitet und diese auch vermarktet. Wenn man sich die Mühe macht, Walnussverwertungen und -herkünfte genauer zu betrachten, dann merkt man erst, wie außergewöhnlich diese Philosophie mit der Vermarktung heimischer Walnüsse ist. Regionale Produkte sollten uns immer etwas (mehr) wert sein!

Bildunterschrift: Mächtiger landschaftsprägender Walnussbaum (Foto:Lettenmeier)

Gemüse fermentieren

Den Speiseplan mit fermentiertem Gemüse zu bereichern liegt im Trend. Gleichzeitig ist diese überlieferte Methode ein Ansporn für eine bewusste, gesunde Ernährung. Auch in der veganen Ernährung findet das Fermentieren immer mehr Zuspruch. Dabei es lohnt sich, mit verschiedenen Gemüsearten schon in kleinen Mengen zu experimentieren.

Wie gesund ist fermentiertes Gemüse?
Fermentierte Kost ist lebendige Nahrung, hat gesundheitliche Vorteile für die Darmflora und einen günstigen Einfluss auf das Immunsystem. Die vorhandenen Milchsäurebakterien machen z. B. das Weißkraut zum Sauerkraut. Sie wandeln die im Gemüse enthaltenen Zuckerarten in Milchsäure um. Milchsäurebakterien fördern eine gesunde Darmflora, sorgen für eine geregelte Verdauung und ein gesteigertes Wohlbefinden.
Fermentiertes Gemüse baut zudem einige überflüssige Pfunde ab und ist damit eine vitalstoffreiche Reduktionskost. Der heimische Garten und Acker liefert wertvolle und preiswerte Erzeugnisse, die wir so für unsere gesunde Ernährung nutzen können.

(Foto: Gutjahr)

Erstaunliche Wesen im Garten: Ameisen

Während sich die einen an Ameisen in ihrem Formicarium (Ameisenterrarium) im Wohnzimmer erfreuen, sie mit Fliegen, Maden und Honigwasser füttern, bekommen andere Panik, wenn sie ein paar
Ameisen auf der Paprikapflanze im Garten krabbeln sehen. Denn viele halten Ameisen für Pflanzenschädlinge. Dabei sind sie bei uns im Garten höchstens lästig und in mancher Hinsicht sogar nützlich. So fördern einige Arten das Überleben von Schmetterlingen. Trotzdem müssen wir Ameisen nicht frei im Beet oder Blumenkübel gewähren lassen. Und den Zugang zum Haus sollten wir ihnen tatsächlich verwehren.

Schädlich, lästig oder nützlich?
Ameisen fressen weder lebende Wurzeln noch Pflanzen. Sie fallen im Garten unangenehm auf, wenn sie beim Gärtnern über Arme oder Beine krabbeln und je nach Art beißen, stechen und/oder Gift spritzen.
Wir mögen nicht, wenn sie sich in den Terrassenfugen einnisten und die Platten dadurch lockern. Ihre Nester im Rasen, Beet oder Kübel stören das Pflanzenwachstum, wenn sie den Boden so verwühlen, dass die Wurzeln den Kontakt zu Wasser und Nährstoffen verlieren. Außerdem pflegen Ameisen Blattläuse, Rindenläuse und Wurzelläuse, weil sie deren Honigtauausscheidungen lieben. Sie beschützen diese auch vor deren Feinden und regen sie zu verstärktem Pflanzensaftsaugen an.

Bildunterschrift: Rote Waldameise (Foto: Wikimedia/Richard Bartz (CC BY-SA 2.5))