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Der Maikäfer – gemütlicher Brummer oder gefährlicher Schädling?

Maikäfer und Menschen verbindet in Mitteleuropa eine lange gemeinsame Geschichte. Zum frischen Grün der Laubgehölze im Mai gehörte über Jahrhunderte das Brummen der ausschwärmenden, etwas schwerfälligen Käfer in der Abenddämmerung. Von vielen Kindern wurden sie gesammelt und getauscht, manche Menschen sahen sie als Glücksbringer und Künstlern waren sie Inspiration. Doch hatte der Frühlingsbote immer auch eine dunkle Seite: Traten die Käfer in Massen auf, lehrten sie allen, die von der Land- oder Waldwirtschaft abhingen, das Fürchten, denn dann fraßen die Käfer die Bäume von oben kahl und ihre Larven machten einige Zeit später den Wurzeln den Garaus. Nachdem weder Kirchenbann im Mittelalter noch andere Maßnahmen die enormen Massenauftreten alle paar Jahrzehnte verhindern konnten, versuchte man es in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der harten chemischen Keule, dem Pflanzenschutzmittel DDT. Tatsächlich schienen die Maikäfer danach lange verschwunden. Viele Menschen haben seit vielen Jahrzehnten keinen Maikäfer gesehen, manche bis heute überhaupt noch nie. Aber sie sind wieder da – in manchen Gegenden nur sehr vereinzelt, in anderen schwärmen sie wieder in größerer Zahl.

(Foto: Reinhard)

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