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Brauchen wir eine Willkommenskultur im Naturschutz?

Naturschützer, Waldbewirtschafter, Landwirte, Biologen, Ökologen und andere Wissenschafter sind nicht unbedingt einer Meinung, wenn es darum geht, zu entscheiden, was schützenswert ist und welche Gegenmaßnahmen gegen Zuwanderer wann angebracht sind. Gerade angesichts der Herausforderungen, die der Klimawandel mit sich bringt, fordern einige ein Umdenken im Naturschutz: Schluss mit der Schwarz-Weiß-Malerei – die Neubürger unter den Pflanzen und Tieren sind nicht grundsätzlich schlecht, sie können sogar die Lösung mancher Probleme sein.
Das verstehen die meisten unter Naturschutz: Biotope mit einheimischen und alteingebürgerten Pflanzen und Tieren sollen um jeden Preis erhalten bleiben. Werden sie bedroht, beispielsweise wenn sie von neu zugewanderten Arten zurückgedrängt werden, werden harte Gegenmaßnahmen ergriffen: Die pflanzlichen Einwanderer werden gerodet oder mit anderen Unkrautvernichtungsmethoden zur Strecke gebracht, tierische Fremdlinge werden geschossen, vergiftet oder es werden natürliche Feinde ausgesetzt.

Bildunterschrift: Eine dieser geächteten pflanzlichen Neubürgerinnen bei uns in Deutschland ist das Drüsige Springkraut. Es stammt vom Indischen Subkontinent, genauer aus dem Himalaja. Die Briten brachten die einjährige Pflanze im 19. Jahrhundert nach Großbritannien. Von da aus kam sie als Zierpflanze nach Kontinentaleuropa. Nun gefällt es ihr auch bei uns, sie hat die Gartenzäune längst überwunden und breitet sich vor allem in feuchten, lichten Wäldern und Auen mit hohem Nährstoffgehalt im Boden aus. (Foto: Hauser/botanikfoto)

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