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Bienenfresser

Auf dem Weg zwischen Gols und Weiden liegt oberhalb der Weinberge eine beachtliche Brutkolonie der farbenfrohen Bienenfresser an einer sandigen Abbruchkante. Ein Besuch lohnt ab etwa Mitte Mai, wenn der fluggewandte Insektenfresser wieder aus seinen Überwinterungsgebieten, den Savannen Ost- und Südafrikas, an seine Brutwände zurückgekehrt ist. Mindestens so exotisch wie das blau-gelb-rostbraune Federkleid ist sein heller, melodischer Ruf, der auf den Luftakrobaten bereits aufmerksam macht, wenn man ihn in luftiger Höhe noch gar nicht bemerkt hat.
Auch wenn der Klimawandel meistens große Probleme mit sich bringt, scheinen steigende Temperaturen dem wärmeliebenden Zugvogel entgegenzukommen. Damit er sich ansiedeln kann, benötigt der Bienenfresser geeignete sandige Abbruchkanten, wie er sie z. B. in Sand-, Kies- oder Lößgruben, Weinbergterrassen oder in Hohlwegen findet. Wichtig sind zudem ausgedehnte insektenreiche Areale in der Umgebung der potenziellen Brutwände. Dazu zählen artenreiche Trockenrasen, extensive Wiesen oder Brachen. Auf seinem Speiseplan stehen neben den Bienen auch Hummeln, Hornissen, Wespen, Libellen oder Schmetterlinge. Schon aus beachtlicher Distanz können vom wendigen Segelkünstler giftige von ungiftigen Insekten unterschieden werden. Entsprechend unterschiedlich ist demzufolge auch die Jagdstrategie. Bei den giftigen Insekten wird darauf geachtet, diese am Hinterleib zu packen und z. B. durch Schlagen gegen einen Sitzast etc. vorab zu töten oder zumindest wehrlos zu machen.

(Foto: Neder)

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