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Laub als Mulchschicht

»Gebt mir doch bitte ein paar Eimer Laub«, bat ich vor ein paar Jahren meine Kollegen aus der Abteilung Gartenbau und Landespflege (heute »Institut für Stadtgrün und Landschaftsbau«), die regelmäßig die
Gehwege in den Schauanlagen der Landesanstalt in Veitshöchheim (LWG) von Fall- Laub freiräumten. Sie meinten es dann sehr gut mit mir: Ein Riesenhaufen buntes Herbstlaub lag auf unserem Hauptweg.
Der wichtigste Zweck, nämlich das etwa 15 cm hohe Einpacken unserer damals ca. 10 Artischockenstauden (die den folgenden Winter dann auch alle überlebten), war schnell geschehen. Weil ich den immer
noch stattlichen Berg aber ungern wieder abholen lassen wollte, ersannen wir im Gemüseschaugarten-Pflegeteam weitere Verwendungszwecke: Das Erdbeerbeet erhielt eine dünne Einlage, außerdem die
Stauden sowie die Beerensträucher. Den großen Rest packten wir ca. 8 cm dick auf das Grünspargelbeet. Seitdem gibt es dort fast kein Unkraut mehr zu zupfen. Die Spargelstangen brechen im Frühjahr
problemlos durch, und bei der langsamen Verrottung werden wertvolle Nährstoffe frei. Ansonsten ist nämlich während der Ernteperiode von April bis Juni das regelmäßige Ausjäten durchaus unangenehm.
Hacken ist riskant: Dabei köpft man zu oft Stangen, die noch in der Erde stecken. Und wenn die Laubschicht im nächsten Jahr zu dünn werden sollte – dann legen wir einfach eine dünne Schicht nach.
Außer beim Spargel sind solche Maßnahmen sinnvoll bei anderen Dauergemüsen wie extensivem Meerrettich, Rhabarber oder auch Beerensträuchern. Wer Angst vor Amseln auf Futtersuche hat, überdeckt das Ganze mit Fichtenreisig oder fächerförmig flach geformten Buchenzweigen. Die eignen sich dann im Frühjahr z. B. als Kletterhilfe für Erbsen.

Bildunterschrift: Laub im Kräuterbeet. Dicker Schichten sollte man etwas abkehren. (Foto: Scheu-Helgert)

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