Inhalte Heft September 2006:
Der Ziergarten im September (Auszug aus dem aktuellen Heft) Sommerblumen Sommerblumenpflanzungen können durch ihre Flächenwirkung beeindrucken. Man sieht es immer wieder auf Gartenschauen, wo die Einjährigen meist im Eingangsbereich großflächig dargeboten werden. Im eigenen Garten muss man sich in dieser Hinsicht aus Platzgründen meist etwas beschränken. Manche Sommerblumen können aber auch durch die Größe beeindrucken, jetzt im September sind manche erst voll ausgewachsen. Allen voran muss die Sonnenblume (Helianthus annuus) genannt werden, von der kein Jahr vergeht, ohne dass Neuzüchtungen auftauchen, mit neuen Farben, neuen Größen, unterschiedlicher Blütenfüllung und anderen Eigenschaften. Manche sind aber auch überflüssig, wie die neue Sorte 'Double Dandy' mit ihren braunen gefüllten Blüten, ihr fehlt die Fernwirkung. Beeindruckend ist in diesem Monat immer die Dornige Spinnenpflanze (Cleome hassleriana, früher C. spinosa). Von ihr gibt es weiße, rosa, rote und violettrote Sorten. Sie gehen allerdings etwas in die Breite, was bei Neupflanzungen berücksichtigt werden muss. Die neue, schon im ersten Jahr blühende Stockrose (Alcea 'Majorette') gehört ebenso zu den bestimmenden Pflanzen im September, wie die Große Knorpelmöhre (auch Bischofskraut genannt, Ammi majus). Solche weißen Doldenblütler werden noch viel zu wenig verwendet. Möglicherweise erinnern die Pflanzen zu sehr an den Wiesenbärenklau. Dabei wirkt die Knorpelmöhre auflockernd, sowohl in der Pflanzung wie auch im Strauß. Dazu kommen Gräser wie die neueren Sorten vom Amerikanischen Lampenputzergras, Pennisetum setaceum, die lange, meist bis zum Frost, schmücken. Wuchtige Gestalten bilden das Fiederblätterige Schmuck- oder Schönkörbchen, Cosmos bipinnatus, von dem es nun auch gefüllt blühende Sorten gibt. Dahlien Wer Verblühtes regelmäßig entfernt und auch das Düngen nicht vergisst, wird im September noch mit einer andauernden Dahlienblüte belohnt. Besonders dicht gefüllte Schmuck- und Kaktusdahlien mit einem breit gefächerten Sortenspektrum bestimmen das Angebot. Trotzdem sollte man die einfachen oder nur leicht gefüllten Sorten nicht vergessen, bei denen die eigentlichen Blütenorgane im Inneren noch zu erkennen sind. Diese gleichen noch eher den eigentlichen Arten, wie Dahlia pinnata, Dahlia coccinea, Dahlia sheriffii und einigen weiteren Arten, die alle ihre Heimat in Mexiko haben. Tabak nicht zum Rauchen Manchmal liegt die Verwendung als Nutz- und Zierpflanze nahe beieinander. Dazu gehört auch der Tabak. Für uns als Freizeitgärtner stehen die halbhohen Farbsorten von Nicotiana x sanderae im Vordergrund. Die Blüte beginnt im Juni, jetzt im September ist noch Vollblüte. Je nach Sorte werden die Pflanzen 30-75 cm hoch. Das Farbspektrum reicht von weißen, hellgrünen, rosa und roten Sorten. Diese Gruppe nimmt man für Teppichbeete, für Gruppenpflanzung und für Schalen. Ziertabak ist nicht schwierig zu kultivieren, doch muss relativ frühzeitig ausgesät werden, von Februar bis März. Auch die zweite wichtige Zierpflanze, der Bergtabak, Nicotiana sylvestris, benötigt diesen frühen Anzuchtbeginn. Das ist deshalb nötig, da die kleinen Sämlinge anfangs nicht gut wachsen, man meint sogar, sie werden immer kleiner! Dann geht es doch aufwärts und im Laufe des Sommers wird die Endhöhe von 80-120 cm erreicht. Dann entfalten sich an der Spitze die langen weißen Blüten, die einen angenehmen Duft verströmen. Man verwendet die Pflanzen an Plätzen, die etwas betont werden sollen, in flächigen Pflanzungen, in Schalen und Kübeln, meist in Dreiergruppen. Sie benötigen eine gute Nährstoffversorgung, wenn sie zeigen sollen was in ihnen steckt. Hinsichtlich der Anzucht gilt das Gleiche, wie bei Nicotiana x sanderae. Man kann dem Virginischen Tabak, dem üblichen Rauchtabak, keinesfalls einen Zierwert absprechen, besonders der Rote Tabak, Nicotiana tabacum var. purpureum, ist sehr hübsch. Fuchsschwänze Diese Pflanzen waren zu Großmutter-Zeit viel mehr verbreitet als heute, wenn man auch Gegenwärtig wieder ein gesteigertes Interesse feststellen kann. In früherer Zeit waren es hauptsächlich "echte Fuchsschwänze", das heißt Sorten mit hängendem Blütenstand, die auf den Garten-Fuchsschwanz, Amaranthus caudatus, zurückgehen. Es gibt Sorten mit rötlichen und auch solche mit grünlichen Blütenständen, die als 'Pony Tails' (Ponyschwanz) in Mischung angeboten werden. Früher wurden sie gerne zur Trockenbinderei verwendet. Das Gegenstück bilden die Sorten vom Rispigen Fuchsschwanz, die aufrecht stehende Blütenstände aufweisen. In der Heimat der Pflanze, in Mexiko, wurde diese seit altersher als Körnerfrucht kultiviert und in Notzeiten auch in Europa stärker angebaut. Als Gemüse-Amaranth ist heute Amaranthus lividus bekannt. Alle Arten und Sorten haben jetzt im September ihre hohe Zeit haben, egal welche Form die Blütenstände aufweisen. In den letzten Jahren sind Sorten entstanden, die einen ansprechenden, hellen, braunen Farbton zeigen. Bleibt noch der Hinweis auf eine Art, die schon im Mittelalter eine Rolle im Garten spielte, nicht wegen der Fruchtstände, sondern wegen der bunten Blätter. Amaranthus tricolor, wird in Indien als Gemüsepflanze kultiviert, auch heute noch. Bei uns als Zierpflanze bekannt ist Amaranthus tricolor convar. tricolor mit den attraktiven rot-gelb-grünen Blättern, die in mittelalterlichen Kräuterbüchern als Papageienfedern bezeichnet wurden. Auch bei dieser Gattung sieht man wieder die nahe beieinander liegende Verwendung als Zier- und Nutzpflanze. |
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| Dr. F. Köhlein | ||||||