Inhalte Heft September 2006:
Der Gemüsegarten im September (Auszug aus dem aktuellen Heft) Was man jetzt noch säen kann Bis Mitte September kann man noch aussäen: Kerbel, Spinat, Pflücksalat, Feldsalat sowie Radieschen und Schnittsalat für die Herbsternte. Außerdem: Feldsalat und Spinat zum Überwintern, für die Ernte in den Winter- und zeitigen Frühjahrsmonaten Winterportulak, Löffelkraut und Winterkresse (Barbenkraut). Man sät den Samen dünn verteilt in Reihen von 20 cm Abstand ca. 1 cm tief, zieht mit dem Rechen lockere Erde darüber und sorgt durch Verdichten mit dem Rechenrücken für Anschluss des Samens an das Erdreich. Besonders wichtig ist dies beim Feldsalat - er darf nicht lose liegen. Anschließend gießt man mit feiner Brause gründlich an, ohne den Boden zu verschlämmen und lässt das Beet nicht mehr austrocknen. Schnittknoblauch - Geschmack ohne Reue Im Herbst bedeckt sich der asiatische Chinalauch (Allium tuberosum), besser bekannt als Schnittknoblauch oder Knoblauch-Schnittlauch, mit zahlreichen reinweißen Blütenköpfchen. Sie stehen auf ca. 40 cm hohen straffen Stielen und eignen sich bestens als haltbare Schnittblumen für die Vase. Allerdings verbreiten sie den mildwürzigen Knoblauchduft, für den man das fernöstliche Zwiebelgewächs schätzt. Anders als bei den Zwiebeln des nahe verwandten Knoblauchs verflüchtigt er sich jedoch bald. Die noch zarten Knospen finden als Delikatesse bei japanischen und chinesischen Feinschmeckern reißenden Absatz. Einige Sorten werden nur wegen ihrer Knospen angebaut. Die langen riemenförmigen Blätter des Schnittknoblauchs sind flach, im Gegensatz zu den runden Röhren des europäischen Schnittlauchs. Ansonsten ist die Verwendung sehr ähnlich: als Würzkraut vom Frühling bis zum Herbst aus dem Freien. Man kann sie in Töpfe säen oder kräftige Pflanzen im Herbst aus dem Freiland holen und die Büschel in Töpfen weiter kultivieren. Beide Arten sind winterhart und beide lassen sich den Winter über als Vitaminquelle auf der Fensterbank nutzen. Aussaatzeit für Winterportulak Das uralte Wildgemüse der Indianer hat sich von Kanada bis Mexiko und Kuba auf dem ganzen nordamerikanischen Kontinent ausgebreitet und von dort aus den Sprung in die Gärten und Wälder Europas geschafft. Winterpostelein, Kubaspinat, Winterportulak und Tellerkraut sind verschiedene Bezeichnungen für Montia perfoliata. Das Portulakgewächs mit zarten, spinatähnlichen und tellerähnlichen Blättern ist ein robustes und leicht wachsendes Gemüse, das sowohl im Freien als auch im Gewächshaus den Winter über interessante Erträge bringt. Winterportulak verträgt Frost und nutzt auch die letzten Wärmegrade, um im Winter weiter zu wachsen. Man kann ihn daher vom Herbst über den Winter bis ins Frühjahr abernten. Ab Mai sollten dann alle Pflanzen entfernt sein. Winterportulak gedeiht zwar im Sommer, doch besser im Frühjahr und noch üppiger im Herbst und Winter. Seine fleischigen, runden Blättchen auf langem Stiel bringen in ihrer Mitte einige kleine weiße Blütchen hervor, die schnell Samen ausbilden. Dies ist der Grund, weshalb die Sommerkultur nicht empfohlen wird - allzu schnell sät sich dieses Gemüse aus, wenn es dazu Gelegenheit erhält. Die weichen, spinatartigen Blätter sind reich an Vitamin C, mild und angenehm im Geschmack. Der Samen ist sehr fein. 1,5 - 2 g genügen pro m². Man sät den Winterportulak genauso aus wie Feldsalat, also breitwürfig oder in Reihen von 15-20 cm Abstand. Im August kann es noch zu heiß sein, so dass die Samen nicht keimen. Ab September bis ins Frühjahr hinein gibt es dann keine Probleme mehr damit. Innerhalb von 6-7 Wochen kann man ernten, bei Frost dauert die Kultur länger. Gewächshausbesitzer können auch in Töpfchen vorziehen (8-12 Körner/Topf) und erst später auspflanzen. Beim Winterportulak wird alles verwertet, Blätter und Stiele, die bei ca. 10 cm Höhe abgeschnitten werden. Nach gründlichem Waschen kann man ihn kochen wie Blattspinat oder als Salat anrichten. Es passen alle Spinatrezepte. Im Gegensatz zum Sommerportulak hat der Postelein keine würzenden Eigenschaften. Hauptkulturen im Gewächshaus nicht vernachlässigen Die Hauptkulturen Tomaten, Gurken und Paprika brauchen immer noch aufmerksame Pflege. Es muss nicht nur gegossen und geerntet werden, sondern immer noch werden Triebe aufgeleitet, verwelkte Blätter entfernt und zum letzten Mal flüssig gedüngt. Je schwächer die Pflanzen werden, desto mehr nimmt die Gefahr eines Befalls mit Weißer Fliege und Spinnmilben (Roter Spinne) zu. Auch unter Glas gedeihen die fürs Freiland empfohlenen Aussaaten von Spätgemüse. Leere Flächen können mit in Töpfchen oder Topfplatten vorgezogenen Pflanzen von Kopfsalat, Endivien (Sorten: 'Jeti', 'Elodie' und 'Diva') und mit Chinakohl oder Stielmangold bestellt werden. | ||||||
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Siegfried Stein | |||||