Inhalte Heft Oktober 2007:
Der Gemüsegarten Der Obstgarten Der Ziergarten Pflanzenschutztipp
 

Der Gemüsegarten im Oktober
(Auszug aus dem aktuellen Heft)
  Späte Aussaaten
  Teltower Rübchen
  Filderkraut
  Frühbeet und Gewächshaus
Späte Aussaaten

Das Gartenjahr ist eigentlich nie zu Ende. Wer daher glaubt, jetzt sei sowieso schon alles gelaufen, wird überrascht sein, wie viele Herbst- und Wintergemüse noch gesät werden können und im Spätherbst oder Winter zum Ertrag kommen.
Winterspinat
Frostbeständige Sorten wie z. B. 'Chica F1', 'Sharan F1', 'Butterfly' und 'Rico F1' sät man in Reihen von 25-30 cm Abstand und mit 2-3 cm Saattiefe. Wichtig: Der Boden sollte gut durchlässig sein und keine ständig nassen Stellen aufweisen. Dort gehen die Spinatpflanzen nämlich ein, nicht durch Frost, sondern durch Verfaulen der Wurzeln. Die Schäden werden oft erst im März sichtbar, wenn die schönen Tage des zeitigen Frühlings die Wachstumskräfte herausfordern. Wer den ganzen Winter über ernten möchte, kann in Frühbeete säen oder die Beete übertunneln.

Radieschen für das Weihnachtsmenü
Wählen Sie schnellwüchsige Sorten (wie z.B. 'Rudi', 'Cyros', 'Lucia', 'Eiszapfen' und die zweifarbigen Sorten 'Flamboyant' und 'French Breakfast'), dann können Sie noch bis ca. 10. Oktober auf gut besonnte Beete oder ins Frühbeet und ins Gewächshaus säen und im Dezember bis Weihnachten ernten. Leichte Fröste richten kaum Schaden an, vor allem, wenn durch Abdeckung mit Vlies oder geschlitzter Folie für etwas Schutz gesorgt wurde. Die lichthungrigen Radieschen brauchen bei abnehmender Tageslänge mehr Platz. Säen Sie daher jetzt weit genug: 6-10 cm von Pflanze zu Pflanze und 20-25 cm von Reihe zu Reihe.

Rukola ist winterhart
Rukola (auch Salatrauke, auch Rauke, oder Rocket genannt) ist als ein sehr schmackhaftes Gemüse für Salate und zum Würzen von anderen grünen Salaten bekannt. Anstelle von Schnittlauch, Zwiebeln, Knoblauch oder Kresse sollten Sie einige Blättchen darunter mischen - der nussige Geschmack wird allgemein als überraschend und angenehm empfunden. Die Kultur ist so einfach wie die von Gartenkresse.
Man sät den feinen Samen dünn verteilt in 2 cm tiefen Saatrillen aus und erntet bereits nach 3-4 Wochen die Blättchen wie Spinat. Man kann daher sowohl im Freien als auch im Gewächshaus und im Frühbeet säen, sogar in Töpfe für die spätere Ernte am Fensterbrett. Rukola ist übrigens winterhart!

Erst der Frost stoppt Kresse
Gartenkresse ist ein schnellwüchsiges Gemüse, das im Freien wächst, nicht nur in der Kresseschale im Zimmmer. Die Kultur dauert nicht länger als 2-3 Wochen, kann also ständig und in Sätzen erfolgen, überall dort, wo sich am Beetrand oder in der Mischkultur ein freies Plätzchen ergibt. Besonders ergiebig sind die großblättrigen Sorten wie z.B. 'Cressida' oder 'Reform', alle mit pikantem Geschmack. Man sät den Samen ziemlich dick verteilt in Reihen von 10-20 cm Abstand aus. Kresse ist vitaminreich, besonders Vitamin C ist in den Blättern reichlich vorhanden. Scherkohl lohnt die Kultur
Bremer Scherkohl, eine Variante der ansonsten ganz anders genutzten Rapspflanze, ist eine Alternative für die Spät- und Winterkultur. Die Pflanzen vertragen vollen Frost. Noch im Herbst oder sonst im Frühling, bei Gewächshauskultur auch den gesamten Winter hindurch, kann geerntet werden. Die kohlähnlichen Blätter schmecken mild und werden nach Spinatrezepten zubereitet.
Die Aussaat erfolgt jetzt oder auch später noch den Winter hindurch im Gewächshaus oder im Freien bei 20 cm Reihenabstand und 2 cm Saattiefe.

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Teltower Rübchen

Jahrelang galt diese regionale Spezialität aus der märkischen Stadt Teltow am südlichen Stadtrand von Berlin als verschollen, obwohl der Feinschmecker J.W. von Goethe die zarten, schmackhaften Rübchen als "feinste Rübenart und Leckerbissen" schätzte und der Dichter Theodor Fontane die Spezialität in höchsten Tönen lobte.
Jetzt wird geerntet. Obwohl man die nur 6 bis 8 cm langen, dickbauchigen weißen Rübchen das ganze Jahr über anbauen und sogar in feuchtem Sand über viele Wochen lagern kann, werden sie meistens als Herbstkultur Anfang bis Mitte August ausgesät, nachdem auf den Beeten schon geerntet wurde. Bei 20 cm Reihenabstand und 10 cm Abstand von Pflanze zu Pflanze reifen Teltower Rübchen in 6 bis 8 Wochen bis Oktober heran.

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Filderkraut

Spitzkohl 'Filderkraut' ist eine Spezialität von der Filderebene, der Landschaft rund um den Stuttgarter Flughafen. Krautkenner haben jetzt ein waches Auge auf den Märkten und greifen zu, wenn die typischen spitzen, zuckerhutartigen Köpfe angeboten werden. Die besonderen Qualitäten sind die dünnen Blätter, der feine Geschmack und ein hoher Zuckergehalt.
Man kann die Pflanzen aber auch selbst im Garten ziehen - Saatgut gibt es in guten Samenprogrammen. Das bis zu 10 Kilo schwere Spitzkraut mit Kegelform reift jetzt im Spätherbst und ist im kühlen Keller sehr lange lagerfähig.
Mit den selbst gezogenen Köpfen kann man feinstes Sauerkraut herstellen. Man benötigt dazu einen Steintopf mit Deckel, in den sauberes, fein geschnittenes Kraut unter Zugabe von Salz (zur Verfeinerung dienen auch Buttermilch, Joghurt oder Wein) geschichtet wird. Man rechnet je nach Geschmack 40-100 Gramm Salz pro 10 kg Kohl.
Die Schicht wird gestampft, bis der Saft darüber tritt, denn Luftabschluss ist wichtig. Anschließend das Gefäß mit einem Leinentuch abdecken und den Deckel mit einem Stein beschweren. Bei 18-20 °C erfolgt die Gärung, die nach 10-12 Tagen abgeschlossen ist. Danach kühler stellen und nachreifen lassen. Nach 6 Wochen ist das Sauerkraut fertig. Die geschilderte Methode funktioniert natürlich auch bei anderen Weißkohl-Sorten.

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Frühbeet und Gewächshaus

Schnellwüchsig müssen Kulturen sein, die noch im Herbst Erträge bringen. Besonders gut geeignet dazu sind Asia-Salate, zum Beispiel als Mischung verschiedener Arten von Senfkohl 'Red Giant' (dekorative rote Blätter, pikanter Geschmack), Mizuna (ähnlich unserem Rübstiel, mild) und Komatsuna (grün, löffelblättrig, mild im Geschmack). Man sät den Samen einfach dünn verteilt in Rillen mit 20 cm Abstand aus und kann dann schon nach wenigen Wochen ernten.
Auch Radieschen gedeihen noch im Gewächshaus, nachdem die letzten Tomaten abgeerntet sind. Da sie besonders viel Licht benötigen, dürfen sie nicht zu eng stehen. Ein Abstand von 20 cm in der Reihe und 10-15 cm von Pflanze zu Pflanze ist günstig. Als schnellwüchsige Sorten bieten sich 'Knacker', 'Cyros', 'Saxa' und 'Eiszapfen' an.
Falls Sie noch zarten Salat für die Winterernte wünschen, lohnt sich nur der extrem schnelle Schnittsalat ( z.B. 'Gelber runder'), den man schon bei 15 cm Blatthöhe abernten kann. Der lichthungrige Kopfsalat wäre jetzt falsch platziert, denn er entwickelt sich in den lichtarmen Wintermonaten kaum und braucht viel zu lange. Erst ab Januar lohnen sich weitere Aussaaten davon.
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Siegfried Stein