Inhalte Heft Januar 2006:
Neue Gemüsesorten Der Obstgarten Der Ziergarten Pflanzenschutztipp
 

Der Ziergarten im Januar
(Auszug aus dem aktuellen Heft)
  Gehölze
  Pelargonien ("Geranien")
  Frühe Stauden-Aussaaten
  Kleingewächshaus
Gehölze

Da die tiefen Temperaturen normalerweise erst noch bevorstehen, lohnt es sich das eine oder andere Gehölz zu schützen. Besonders die großen Versandgärtnereien bieten in den letzten Jahren vermehrt neue, hinsichtlich der Winterhärte noch nicht voll getestete Gehölze an. Bei diesen sollte man etwas misstrauisch sein, denn was im maritim beeinflussten Gebieten hart ist, wird in kontinentalen bayerischen Klimazonen oft geschädigt. Manche Pflanzen sind gerade im Jugendstadium empfindlich, um später, alt eingewachsen, voll hart zu sein. Deshalb gerade solche neu gesetzten Pflanzen schützen. Selbst bei neu gepflanzten Nadelgehölzen besteht eine gewisse Gefahr, dass durch die Wintersonne das grüne Nadelkleid an der Südseite vertrocknet und braun wird.
Wichtigste Maßnahme bei frisch gepflanzten Laub abwerfenden Pflanzen ist, eine schützende Laubdecke rund um die Basis aufzubringen, festgehalten durch einige Koniferenzweige oder ähnlichem Material. Junge Nadelgehölze und andere Immergrüne erhalten einen Schutz gegen die oft intensive Wintersonne ebenfalls durch Koniferenäste, durch Vlies oder Jute. Bei älteren Pflanzen ist die Gefahr nicht mehr so groß. Im eigenen Garten werde ich erst bei Kahlfrost unter -15° C aktiv, dann erhält die an der Westseite des Hauses befindliche gelb-grün panaschierte Stechpalme (Ilex) und die immergrüne Berberitze (Berberis candidula) einen Sonnenschutz aus alten Betttüchern. Die schmeicheln im schneefreien Garten zwar nicht den Augen, fallen bei Schneelage jedoch kaum auf. Gibt es bei neu gepflanzten Gehölzen doch Schäden, sollte man erst einmal abwarten, oft gibt es doch noch Neutriebe. Das kommt im eigenen Garten öfter einmal vor, besonders bei der Säckelblume (Ceanothus- Sorten) und beim Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii).

  zum Seitenanfang

Pelargonien ("Geranien")

Die meistgekaufte Fensterkastenpflanze, die von Mai bis oft in den November die Hausfassaden schmückt, hat durchaus eine Verbindung zum Januar. Da wäre besonders auf die Anzucht für die kommende Saison hinzuweisen. Der Erwerbsgärtner sät generativ vermehrbare Sorten oft schon im November oder im Laufe des Dezember, denn die Geranien (ich bleibe hier bei dem alt eingebürgerten falschen Namen) haben eine ziemlich lange Anzuchtzeit und die Käufer wollen schon nach den Eisheiligen im Mai ihre Kästen mit blühenden Geranien bepflanzen. Vor etlichen Jahren waren samenvermehrbare Sorten in aller Munde. Dieser Trend hat sich nun etwas gelegt. Auch ich hatte einen Versuch gestartet mit einer Aussaat Ende des Monats, denn der Liebhaber muss nicht schon Mitte Mai unbedingt voll blühende Pflanzen haben. Es ist ziemlich mühevoll bis man aus dem feinen Samen schöne kräftige Pflanzen bekommt. Für Unentwegte gibt es weiterhin Samen zu kaufen. Sperli-Samen führt drei Sorten im Sortiment, im englischen Hauptkatalog der Firma Thompson & Morgan sind sogar 10 Sorten aufgeführt.
Im Laufe des Januars sollte man sich auch um die Pflanzen kümmern, die man zur Überwinterung ins Haus geholt hat.

  zum Seitenanfang

Frühe Staudenaussaaten

Bei zahlreichen Stauden genügt eine Aussaat im April oder auch noch später. Wie schon mehrfach an dieser Stelle erwähnt, gibt es eine Reihe von Stauden, die zur Keimung eine Kühlperiode benötigen. Diese Arten und Sorten nannte man früher Frostkeimer, heute werden sie als Kaltkeimer bezeichnet. Dazu zählen besonders Steingartenpflanzen, deren natürliches Vorkommen in der alpinen Zone liegt. Manchmal ist es auch eine ganze Pflanzenfamilie, die zur guten Keimung eine Kälteperiode benötigt.
Ein Beispiel dafür sind die Hahnenfußgewächse (Ranunculaceaen), wo auch höhere Arten tiefe Temperaturen benötigen, wie etwa Trollblumen und Eisenhut. Bei dieser Pflanzenfamilie schadet der Einfluss von stärkeren Frostgraden nicht, während bei der Mehrzahl der anderen Pflanzen, die zu den Kaltkeimern gehören, eine Temperatur von 0 bis +5° C günstig ist. Die Dauer der Kühlperiode richtet sich nach Art und Sorte, die Mindestdauer sollte 3 Wochen betragen, besser sind 5-6 Wochen. Nach dieser Zeit sollten die Aussaaten aber nicht sofort hohen Temperaturen ausgesetzt werden, + 10 und + 15 °C sind dann günstig. Alles hört sich etwas kompliziert an, was nicht der Fall ist. Günstig ist es bei dauerhafter Schneelage. Man stellt die frischen Aussaaten in den kalten Kasten und schaufelt mit Schnee zu. Alles andere überlässt man der Natur.

  zum Seitenanfang

Kleingewächshaus

Bei den steigenden Energiepreisen lohnt sich auch über Sparmaßnahmen nachzudenken, so auch bei den Kleingewächshäusern. Welche Temperatur ist notwendig? Die eigenen beiden Kleingewächshäuser werden nur zwischen +1° und +5° C gehalten. In diesem Temperaturbereich überwintern zahlreiche Kübelpflanzen, Lilien in Containern, eine kleine Sammlung von Echerverien, früh blühende Zwiebelpflanzen, heikle Alpine und manch andere Pflanzen. Geheizt wird mit einer thermostatgesteuerten Rippenrohrheizung. Um die Kosten so nieder wie möglich zu halten sind die Kleingewächshäuser im Winter mit Noppenfolie ,,eingekleidet". Das A und O ist dabei die Befestigung, nicht dass die ganze Folie bei einem Wintersturm vor Nachbars Haustüre liegt. Die Art der Befestigung muss jedem selbst überlassen bleiben, die Umstände sind zu verschieden. Die eigenen Folien sind mit den beiden Enden an ausgedienten Eisenrohren befestigt.

  zum Seitenanfang
  zurück zur Homepage Dr. F. Köhlein