Inhalte Heft Dezember 2003:
Der Gemüsegarten Der Obstgarten Der Ziergarten Pflanzenschutztipp
 

Der Obstgarten im Dezember
(Auszug aus dem aktuellen Heft)
  Werkzeuge für die Obstbaumpfleget
  Aktuelles Allgemein
  Aktuelles beim Beerenobst
  Aktuelles beim Pflanzenschutz

Werkzeuge für die Obstbaumpflege

    Von Billigwerkzeug aus dem Baumarkt ist dringend abzuraten.
  • Einschneidige, zerlegbare Leichtmetallschere mit auswechselbarer Klinge (FELCO, FREUND, TINA).
  • Baumsäge Felco 61 mit feststehendem Blatt (33 cm Schnittlänge) und Köcher, zusätzlich die praktische Klappsäge für kleinere, feine Schnitte und Sträucher.
  • Gärtnermesser, als leichte Kopulierhippe ist vielseitig brauchbar, u. a. zum Glattschneiden von Schnitt- und Baumwunden oder zum Veredeln.
  • Schärfwerkzeug für Schere und Messer. Bewährt hat sich der dreikantige Keramikschleifstein von FELCO.
  • Wundmittel. Baumwachs ist weniger für Schneidewunden als für Veredelungen tauglich. Für den Wundverschluss braucht man Mittel mit guter Dichteigenschaft und mit pilztötenden Zusätzen, u. a. Bayleton, Drawipas, Malusan-Wundverschluss (NEUDORFF).
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Aktuelles Allgemein

  • Topfobstbäume haben eine sehr lange Tradition und sind heute wieder sehr beliebt. In Tontöpfen sind sie aber an den Wurzeln Frost gefährdet, deshalb senkt man sie jetzt in die Erde ein oder gibt ihnen einen anderen Schutz. Dagegen können Bäume in den dickwandigen Pflanzkübeln aus wiederverwertetem Kunststoff völlig problemlos überwintern. Lieferanten sind: Hahn-Kunststoffe in 55483 Lautzenhausen und KPV GmbH in 67591 Mörstadt. Beide Firmen liefern auch weitere Artikel aus demselben Material, wie Pfähle, Palisaden, Bänke usw.
  • Zeit für die Bodenuntersuchung. Das Winterhalbjahr ist die richtige Zeit dafür. Proben entnimmt man stets vor einer Düngung bis zur Tiefe des Wurzelhorizontes. Naturgemäß liegt der beim Baumobst tiefer als beim Beerenobst.
  • Stämme auf Verletzungen kontrollieren. Holzpilze verbreiten ihre Sporen auch bei winterlicher Feuchtigkeit. Sie finden leichten Eingang in Schnittwunden und sonstigen Verletzungen. Danach sind sie nicht mehr bekämpfbar. Treten am Holz bereits irgendwelche Fruchtkörper aus, so ist der Baum verloren, weil sich das Pilzgeflecht (Mycel) schon im Holz verbreitet hat.
  • Obst und Kartoffeln, im gleichen Raum gelagert bringt wegen der unterschiedlichen Gasausscheidung erhebliche Nachteile bei Geschmack und Lagerdauer. Selbst beim Wein ist mit Geschmacksverlust zu rechnen, wenn er in der Nähe von Obst oder Kartoffeln liegt.
  • Beschaffung von Edelreisern vom Nachbarn oder vom eigenen Mutterbaum für Pfropfungen im Nachwinter kann zum Problem werden. Besonders die alten Sorten können Krankheiten (Triebsucht, Bakterien- und Feuerbrand) aufweisen, die es früher noch nicht gab und die äußerlich kaum erkennbar sind. Wer also Edelreiser von ungewöhnlichen Sorten sucht, der wendet sich besser an: Genbank Obst in 01326 Dresden-Pillnitz, Reiserschnittgarten GmbH in Weinsberg oder Institut für Obstbau der TU München in 85354 Freising.
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Aktuelles beim Beerenobst

  • Herbsttragende Himbeeren fruchten an den Jungruten im gleichen Jahr ihrer Entstehung, um dann im darauf folgenden Sommer noch eine schwächere Ernte zu bringen. Im Regelfall verzichtet man auf diese Folgeernte, wodurch ein besserer Ertrag erzielt wird. Ab Dezember werden alle Ruten bodengleich und ohne Stummel abgeschnitten. Neben der Standardsorte 'Autumn Bliss' haben sich inzwischen auch 'Heritage' und 'Himbo Top' durchgesetzt.
  • Beerensträucher sind Flachwurzler. Eine Frostschutzdecke aus Laub, Stroh oder Frischkompost wirkt sich Ertrags fördernd aus. Vergleichspflanzungen belegen einen Mehrertrag von 25-30 % gegenüber einem offenen, ungeschützten Boden. Unbehandelter Rindenmulch oder Holzhäcksel sind aber ohne zusätzliche, organische Stickstoffgaben nicht geeignet.
  • Brombeeren können unter der Wintersonne leiden. Alle Sorten behalten das Altlaub über Winter als Sonnenschutz. Erst im Frühjahr schneidet man die abgetragenen Ruten stummelfrei ab.
  • Windschutz für Erdbeeren. Manche, darunter die Standardsorte 'Elsanta', sind im Winter recht empfindlich gegen Sonne und Wind, besonders in höheren Lagen. Am besten schützt man die Reihen locker mit Fichtenreisern oder einem Faservlies. Geschlossene Folien sind wegen der krankheitsfördernden, hohen Luftfeuchtigkeit darunter ungeeignet.
  • Mispeln sind nach Frosteinwirkung oder etwa 20 Tage nach der Ernte weich, schmecken angenehm säuerlich und aromatisch. Gegendweise sind sie als Mostzusatz sehr begehrt. Aber Vorsicht! Die Bäume sind Wirtspflanzen des Feuerbrandes. Außerhalb von Kernobstanlagen können Mispelstämmchen neben dem Fruchtertrag auch einen erheblichen Zierwert in der Blütezeit haben. Sorten: 'Holländische', 'Nottingham', 'Riesenmispel'. Sichtungsbäume: Forschungsanstalt in 65366 Geisenheim, Lehr- und Forschungsanstalt in 67435 Neustadt/W., LWG in 97209 Veitshöchheim.
  • Schlehen ernten. Der ungewöhnlich reiche Fruchtbehang in diesem Jahr hält sich bis weit in den Winter am Strauch. Erst dann entwickelt sich das beste Aroma auch für den Rohverzehr. Die Vögel wissen das ebenfalls zu schätzen und nehmen sie gerne, bevor wir ernten kommen. Getrocknet sind sie sehr aromatisch und geben mit Vogelbeeren ein hervorragendes Winterfutter.
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Aktuelles beim Pflanzenschutz

  • Wühlmäuse aufspüren. Jetzt wird ihre gewohnte Nahrung über und unter Tage im Garten knapp. Immerhin brauchen sie etwa 60-100 g frische Pflanzennahrung pro Tag. Darum nagen sie nun bevorzugt an Gehölzwurzeln, wobei auch ältere Bäume nicht verschont werden. Besonders gefährdet sind Apfelbäume auf der Unterlage Typ 9, weniger M 26.
  • Wühlmausfallen ermöglichen eine sofortige Erfolgskontrolle. Geübte Fänger können damit sehr erfolgreich arbeiten, weil der Zeit- und Materialaufwand beim Fallenfang vergleichsweise geringer ist, als bei andere Methoden. Beste Köder sind Nüsse.
  • Karnickelschäden im Garten (oder Friedhöfen) lassen sich durch eine wiederholte Behandlung mit Aminosol vermeiden. Im Grunde ist das ein organischer Flüssigdünger auf der Basis von Knochen oder auch Fischen und bewährt sich durch den Geruch schon länger als eine wirkungsvolle Abwehr gegen das Haarwild. 2 l Aminosol (oder Siapton) mit 2 l Wasser lässt man 3 Tage stehen und bringt es mit der Spritze oder einem Handbesen aus. Blattbalsam von NEUDORFF ist produktgleich.
  • Gegen den Wildverbiss an Obstbäumen sind verschiedene Maßnahmen möglich. Ein Drahtschutz ist meist ausreichend; dagegen ist von Kunststoffmanschetten für Jungbäume wegen des unzureichenden Luft- und Lichtzutrittes abzuraten. Wenn Schnittholz liegen bleibt, so wird es zuerst benagt, ein sicheres Anzeichen, dass man unverzüglich die Stämme schützen soll.
  • Schäden durch den Johannisbeer-Glasflügler äußern sich durch einzelne, dürre Triebe im Busch. Betroffen sind rote und schwarze Sorten, aber auch Stachelbeeren. Die Larven des Kleinschmetterlings fressen sich bis zum Spätherbst im Mark aufwärts, wodurch die Triebe verdorren und leicht brechen. Eine Bekämpfung ist nicht möglich, deshalb: Dürre Triebe raus und verbrennen.
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Franz Mühl